Sonntag, 06 Februar 2022 10:38

2 Ausbildungsplätze „Vom Jungjäger zum Jagdpächter“ ab dem 01.04.2022 in Niedersachsen, Landkreis Lüchow-Dannenberg zu vergeben Empfehlung

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Der Jagdverein Lehrprinz e.V. hat mit Beginn des neuen Jagdjahres eine Ausbildungsvereinbarung mit einer Jagdpächtergemeinschaft zur Ausbildung von zwei Jungjägern in einem Hochwildrevier im Raum Lüchow-Dannenberg in der Altmark des Wendlands abgeschlossen.

Im Jagdjahr 2022/2023 bieten wir zwei Jungjägern / Jungjägerinnen die Möglichkeit, sich durch die Unterstützung erfahrener und kompetenter Lehrprinzen alle erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen, die er/sie als Jagdpächter / Jagdpächterin und/oder Jagdleiter / Jagleiterin eines Hochwildreviers benötigt.

Das Revier:

Das Revier mit einer Größe von rund 400 ha liegt am Rande der Nemitzer Heide, im nordöstlichen Bereich des Landkreises Lüchow-Dannenberg. Es handelt sich um ein Genossenschaftsrevier, in dem neben Rehwild auch die Hochwildarten Schwarzwild, Damwild und Rotwild beheimatet sind. Alle diese Hochwildarten konnten in den letzten Monaten durch Wildkameras nachgewiesen werden. Das Revier ist sehr ruhig gelegen und wird nicht durch Wanderer, Fahrradfahrer oder andere Freizeitaktivitäten beunruhigt. Allerdings sind die Wildbestände in den letzten Jahren durch die verschiedenen Wolfsrudel in der Nemitzer Heide merklich reduziert. Der Anblick gelegentlich durchwechselnde Wölfe während des Ansitzes machen das Jagen in diesem sehr abgelegenen Teil des Wendlandes aber auch durchaus interessant.

Das praxisbezogene Ausbildungsprogramm für Jungjäger umfasst schlichtweg ALLES, was der Jungjäger benötigt, um sich die nötige Routine und Sicherheit anzueignen, die er als verantwortungsvoller und waidgerechter Jäger unbedingt haben sollte.

Freigabe und Schussroutine:

Bei der Jagd auf die vorkommenden Schalenwildarten wird großer Wert darauf gelegt, dass der Jungjäger zumindest teilweise die für das spätere Jagen notwendige Schussroutine erlangt. Einschränkende Abschussvorgaben durch Altersunterschiede oder beschränkte Freigabe von Trophäenträgern entfallen. Die Jungjäger erlegen was der Jagdschein und der Abschussplan erlaubt. Nach einem Schießstandbesuch mit der Abgabe einiger Probeschüsse und der Kontrolle der Waffe findet eine Einweisung in die Abgabe von Schüssen vom Hochsitz aus statt. Es werden unterschiedliche Schüsse in unterschiedliche Richtungen vom Hochsitz aus vorgenommen, wobei auf die strikte Einhaltung der Dreipunktauflage in alle Richtungen geachtet wird. Erst danach erfolgt die Freigabe der Jagd auf Wild.

Jagdintervalle:

Um dem Wild maximale Ruhe zu ermöglichen, findet eine sehr konsequent eingehaltene Intervalljagd statt. Seit Dezember 2021 ruht die Jagd. Ab dem 01.04.2022 findet die Jagd nur in streng einzuhaltenden Jagdintervallen statt. Diese sind:

Mitte April bis Ende Mai - Bockjagd
Mitte Juli bis Mitte August - Bockjagd
Anfang Oktober bis Mitte Dezember - alle anderen Schalenwildarten

Während dieser Zeiten der Jagdintervalle steht den Jungjägern ein erfahrener Jagdleiter zur Seite, der sowohl bei der Ansitzauswahl, als auch beim Aufbrechen und Bergen des erlegten Wildes behilflich ist. Die Jagd ohne Anwesenheit durch einen Jagdleiter ist nicht gestattet. 

Wildbergung und Verarbeitung:

Neben der Jagd nimmt die Bergung und Verarbeitung des erlegten Wildes breiten Raum ein. Dazu gehört die Ausbildung erlegtes Wild sauber und den Hygienebestimmungen entsprechend aufzubrechen, aus der Decke zu schlagen und anschließend fachgerecht zu kühlen. Selbstverständlich gehört auch die fachgerechte Weiterverarbeitung des Wildbrets dazu. 

Neben der Lagerung des verkaufsfertigen Fleisches nehmen wir uns auch des Themas Vermarktung an Endkunden an. Auch das gemeinschaftliche Zubereiten des Wildbrets steht mit auf dem Programm. Mit den von uns ausgesuchten Wildrezepten kann wirklich lernen wohlschmeckende Wildgerichte zu kochen.

Hochsitzbau:

Während einer der Jagdintervallzeiten findet bei einer gewerblichen Hochsitzbaufirma, einem Vertragspartner des Jagdvereins Lehrprinz e.V., der Lehrgang „Bau von Reviereinrichtungen“ statt. Hierbei geht es weniger um das Erlernen von handwerklichen Fähigkeiten des Holzbaus, als vielmehr um das Vermitteln von Wissen, worauf bei der Errichtung oder dem Kauf von Reviereinrichtungen zu achten ist. Neben Informationen zu Unfallverhütungsvorschriften beim Bau von Reviereinrichtungen wird auch beim Aufstellen der Hochsitze aufgezeigt, wie wichtig der richtige Platz für das Aufstellen im Revier ist. Der gewerblich tätige  Hochsitzbauer verfügt über eine große und langjährige Erfahrungen in Bezug auf wichtige Details und informiert über Kosten etc.

Jagdhundeausbildung:

Auch falls man aktuell oder ggf. auch später keinen eigenen Jagdhund führt, so ist es uns wichtig, daß ein angehender Jagdpächter weiß, wie schwer und mühevoll die Ausbildung eines brauchbaren Jagdhundes ist. Während der Jagdintervalle finden Jagdhundeausbildungsseminare statt, an denen der Jungjäger als Zuschauer teilnehmen können. Die Teilnahme findet unter fachkundiger Begleitung statt, sodass alle Fragen zu diesem komplexen Thema beantwortet werden können.

Jagdbetriebslehre:

Auch das Thema „Jagdbetriebslehre“ wird bei der Ausbildung der Jungjäger behandelt. Welche Jagdbetriebskosten, die über die Jagdpacht hinausgehen fallen an, wie hoch sollte das persönliche Budget sein um ein Revier zu pachten etc. Wir möchten den Jungjägern aufzeigen, wie sich durch eine solide Finanzplanung die Jagdpacht nicht zu einem finanziellen Abenteuer entwickelt.

Geselligkeit nach der Jagd:

Und natürlich darf während der Jagd das gesellige Beisammmensein nicht zu kurz kommen. Die Ansitznachbesprechungen sind – auch wenn nichts erlegt wurde – genauso wichtig, wie der Ansitze selbst. Die Lehrprinzen legen sehr großen Wert darauf, dass es nach dem Abendansitz ein Treffen gibt, bei dem vom Ansitz und dem beobachteten Wild berichtet wird. Auch legen wir viel Wert auf das Jägerfrühstück nach dem Morgenansitz. Die Lokalitäten dazu werden von den Lehrprinzen bereitgestellt.

Bewerbung:

Bei der Bewerbung um die Ausbildung zum Jagdpächter ist darauf zu achten, dass wir nur Bewerber suchen, die wirkliches Interesse haben, später einmal ein Revier zu pachten. Dieser Wille sollte in der Bewerbung klar erkennbar sein. Bewerber brauchen keinerlei jagdliche Vorkenntnisse. Ebenso brauchen die Bewerber auch keine Nachweise von Jägern in der Verwandtschaft. Alleine der Wille, sehr viel über das Jagen und Erlegen hinaus zu erlernen und dem Ziel ein verantwortungsvoller Jagdpächter zu werden, ist Bedingung für die Bewerbung.

Wenn Sie sich von der Ausschreibung des Seminars „Vom Jungjäger zum Jagdpächter“ angesprochen fühlen, senden Sie Ihre aussagefähige Bewerbung an:

Jagdverein Lehrprinz e.V.
Thune 7 | 29465 Schnega

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Gelesen 798 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 09 März 2022 14:34

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