Die bestandene Jägerprüfung und den Jagdschein in der Tasche, macht noch lange keinen Jäger... (Jäger = auch Jägerin, männlich, weiblich, diverse, sonstige...)

Fast jede Jagdschule bietet die Möglichkeit, den Jagdschein mittels eines Crash-Kurs innerhalb kürzester Zeit erlangen. Eigentlich ist das nun so, als hätte man die Theorieprüfung für den Motorrad, PKW, LKW etc.- Führerschein bestanden, ohne jemals eine einzige praktische Fahrstunde gehabt zu haben.

Sobald der Jungjäger den Jagdschein in der Tasche hat, darf er sich nämlich jede beliebige Waffe und Munition kaufen und kann theoretisch sofort anfangen Tiere zu erlegen (sofern er eine Jagdmöglichkeit hat). Man könnte sagen, Führerscheinprüfung in der Theorie bestanden und nun nix wie rein ins Formel 1 Auto und fröhlich ab auf die Autobahn... Jeder Fahranfänger hat mehr gesetzliche Auflagen als ein Jungjäger, der ohne Jagdpraxis mit einer tödlichen Waffe losziehen darf.

Und wie geht es jetzt weiter nach der bestandenen Jägerprüfung?

Die Prüfungen für den Jagdschein wurde bestanden. Ein Tresor und Waffen wurden gekauft, die Waffen in die Waffenbesitzkarte eingetragen und der erste Jagdschein wurde gelöst. Es könnte losgehen, theoretisch... Denn praktisch, ohne jagdliche Kontakte in der eigenen Verwandtschaft, im Freundes- oder Bekanntenkreis, gestaltet sich der Einstieg in die aktive Jagdausübung in der Regel doch eher recht schwierig. Sicherlich gibt es sie, die guten und anständigen Jagdpächter, die sich noch die Zeit nehmen, um Jungjäger in der Praxis auszubilden und sie nicht nur als "Kirrdödel" ausnutzen. Aber wo und wie finde ich sie?

Die Wünsche und Erwartungen von Jungjägern und Jagdpächtern liegen häufig weit auseinander… 

Zahlreiche Gespräche mit verzweifelten Jagdpächtern auf der einen- und verzweifelten Jungjägern auf der anderen Seite, zeigen deutlich, dass es häufig zu Enttäuschung auf beiden Seiten kommt. Wir sind der Meinung, dies lässt sich verhindern, indem man ganz klare Regeln aufstellt und es zwischen Jungjäger und Jagdpächter einen Ausbildungsvertrag gibt von dem beide Seiten profitieren.

Wir bringen Jungjäger und Lehrprinzen zusammen!

Der Jagdverein Lehrprinz e.V. bietet Jungjägern, die sich auf die praktische Jagdausbildung konzentrieren möchten und sich einen erfahrenen Lehrprinzen an ihrer Seite wünschen, eine Alternative zum Begehungsschein oder Pirschbezirk beim Forst.

Den Jungjägern wird unter der Anleitung erfahrener Jäger, den sogenannten Lehrprinzen, eine Jagdgelegenheit und die Vermittlung der noch fehlenden praktischen Jagderfahrung geboten.

An verschiedenen Wochenenden, die in der bewegungsaktiven Zeit des Wildes stattfinden, erhalten die Jungjäger zunächst die Gelegenheit, – häufig erstmalig – zum Schuss zu gelangen. Durch die Anleitung und mit der Unterstützung der Lehrprinzen, bekommen die Jungjäger zudem vor allem die Möglichkeit, das bisher erlangte theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen. Auf diese Weise erlangen die Jungjäger die ersten Erfahrungen, die notwendig sind, die Jagd verantwortungsvoll, Tierschutzgerecht und eigenständig auszuüben.
In den Lehrrevieren wird in der Regel die Intervalljagd ausgeübt (mit Ausnahmen v.a. wegen Wildschweinen). Die praktische Ausbildung der Jungjäger findet überwiegend in der Zeit statt, in der das Wild bewegungsaktiv ist, in der restlichen Zeit des Jahres ruht die Jagd. Hierdurch wird die Chance erhöht, Anblick und Schussgelegenheit zu erhalten. Die Ruhezeiten verhindern außerdem eine durch dauerhaften Jagddruck verursachte Heimlichkeit des Wildes.

Wichtiger Hinweis (aus Erfahrung...) damit keine Missverständnisse aufkommen und/oder es zu falschen Erwartungen kommt.

Die praktische Ausbildung ist kein Freifahrtschein zum wilden Herumballern!

Jagd findet nicht auf dem Schießstand statt, es geht hier um Lebewesen! Die Lehrprinzen haben auch das Recht dazu, die Jungjäger wieder auf den Schießstand oder Flintenparcours zu schicken wenn sie es für nötig halten.

An alle Sportschützen-Jungjäger: Nach dem Schuss kommt eine ganze Menge an Arbeit auf Dich zu. Mit dem Schuss allein ist es nicht getan! 

Der Jagdverein Lehrprinz e.V. bringt Jungjäger und Jagdpächter zusammen, wir können nicht alle Jungjäger selbst ausbilden! 

Erwarte KEINE KOSTENLOSE AUSBILDUNG!  Je nach Revier, Bundesland und Lehrprinzen / Jagdpächter fallen unterschiedlich hohe Kosten an. Es liegt im Ermessen des Lehrprinzen und kommt auf eure persönliche Vereinbarung miteinander an. 



Die Jagdintervalle

Die Jagdintervalle sind auf die Jährlingsjagd im Mai, die Blattzeit Mitte Juli bis Mitte August und die Winterjagd von Anfang September bis Weihnachten festgelegt:

  1. „Jährlingsabschuss im Mai“

    Wenn im April die Böcke fegen und die Einstandskämpfe beginnen, beginnt die erste bewegungsaktive Zeit des Jagdjahres im Rehwildrevier. Die Jährlingsböcke werden von den älteren Böcken ständig vertrieben. Sie irren auf der Suche nach einem eigenen ruhigen Einstand umher. Diese Unruhe unter den Böcken hält den Mai über an und bietet eine ideale Möglichkeit, den Abschuss in der Jugendklasse beim Rehwild im Mai vollständig zu erfüllen.

    2. „Blattzeit von Mitte Juli bis Mitte August”

    Wenn Mitte Juli die Rehbrunft beginnt, kommt erneut Leben in das Rehwildrevier. Die Blattzeit garantiert nicht nur eine sehr anblickreiche Blattzeit, sondern ermöglicht auch das Anpirschen des treibenden Bockes und verspricht somit spannend Blattzeiterlebnisse, bis Mitte August wieder Ruhe einkehrt. Neben dem männlichen Rehwild kann zudem sowohl im Mai als auch in der Blattzeit bei bestehender Gelegenheit Schwarzwild bejagt werden.

    3. „Winterjagd“ 1. September bis 23. Dezember

    Im Herbst muss die Schwarzwildbejagung intensiviert werden und der Abschuss des weiblichen Rehwildes steht an. Zusätzlich zur Rehwildbejagung finden am Wochenende zahlreiche Drückjagden statt, zu denen die Jungjäger eingeladen werden und erste Drückjagderfahrungen sammeln können. In einigen Lehrrevieren bleibt auch noch genügend Zeit, sich der Entenjagd an stehendem oder fließendem Gewässer zu widmen und das Können mit der Flinte unter Beweis zu stellen.

    Im Einklang mit der Jagd- und Schonzeitenverordnung des jeweiligen Bundeslandes kann im Übrigen Raubwild bejagt werden.

Bei Interesse bitten wir um eine schriftliche Kontaktaufnahme mit Angabe einer Telefonnummer und Infos zur Erreichbarkeit per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Gleiches gilt für Jagdpächter, die sich als Lehrprinz für die praktische Jungjägerausbildung zur Verfügung stellen möchten. 



Fortbildung: Vom Jungjäger zum Jagdpächter


Nutzen Sie die Zeit als Jungjäger und lassen Sie sich das Wissen vermitteln, das Sie als Jagdpächter später beim Anpachten einer Jagd sehr gut brauchen können.

Mittlerweile sind ehemalige Jungjäger, die vom Jagdverein Lehrprinz e.V. ausgebildet wurden, gestandene Jagdpächter.

Jetzt, wo sie selbst die Verantwortung eines Jagdpächters tragen, möchten sie ihre Erfahrungen an junge Jäger, die sich mit dem Gedanken tragen, später auch mal eine Jagd zu pachten, weitergeben.

Durch die praktische Jungjägerausbildung beim Jagdverein Lehrprinz e.V. und der anschließenden Jagdpacht ist unseren ehemligen Jungjägern bewusst geworden, wie wichtig eine fundierte jagdliche Ausbildung ist, um später eine Jagd pachten zu können ohne böse Überraschungen zu erleben.

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